Operative Intensivstation

Nicht jeder Patient, der sich einer Operation unterziehen muss, kann nach einer vorübergehenden Überwachung im Aufwachraum auf die Normalstation verlegt oder eventuell sogar am Nachmittag nach Hause entlassen werden, wie zum Beispiel bei ambulanten Operationen über das Ambulante Operationszentrum. Umfangreiche Operationen, wie sie von allen chirurgischen Disziplinen des Städtischen Klinikums durchgeführt werden, erfordern nicht nur während des eigentlichen operativen Eingriffs besonderes anästhesiologisches Können. Auch postoperativ muss eine sorgfältige weitere Überwachung, Betreuung und Therapie gewährleistet sein.

Operative IntensivstationUnabhängig von der Art der Operation machen aber auch einige andere Faktoren unter Umständen eine intensivmedizinische Überwachung und Behandlung notwendig wie zum Beispiel ein hohes Lebensalter, gravierende Vorerkrankungen am zentralen Nervensystem, an Herz, Lunge, Leber oder Nieren. Auch akut während einer Operation auftretende Ereignisse wie zum Beispiel Herzrhythmusstörungen, schwere Kreislaufprobleme oder Störungen der Lungenfunktion können eine intensivmedizinische Überwachung oder Behandlung erfordern. Patienten nach schweren Unfällen (Polytrauma) oder mit Hirnblutungen werden ebenfalls auf der Operativen Intensivstation mit allen Möglichkeiten der modernen Intensivmedizin von entsprechend ausgebildetem und qualifiziertem Fachpersonal behandelt.

                  

Im Jahr 2014 wurden mehr als 1.700 Patienten auf der Operativen Intensivstation überwacht und behandelt. Insgesamt stehen 12 operative Intensivplätze rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr zur Verfügung. Seit 2008 werden auf der Station C01 zusätzlich 4 sogenannte "Intermediate Care"-Betten für Patienten betrieben, die nicht beatmet, aber am Monitor überwacht werden müssen. An jedem Bettenplatz finden sich Überwachungseinheiten (Monitore), mit deren Hilfe die Herzfrequenz, arterielle und venöse Blutdrucke, die Sauerstoffsättigung im Blut und die Temperatur ermittelt werden können. Infusions- und Spritzenpumpen dienen der kontinuierlichen Gabe von Infusionslösungen oder Medikamenten. Viele Intensivpatienten benötigen eine Unterstützung ihrer Atmung und sind daher an ein Beatmungsgerät angeschlossen.

Daneben kommen weitere Überwachungs-, Therapie- und Diagnoseverfahren zum Einsatz:

 

  • Zentraler Venenkatheter (ZVK)
  • Arterielle Blutdruckmessung
  • PICCO oder Vigileo
  • Blasenkatheter oder suprapubische Harnableitung (SPF)
  • Nierenersatzverfahren (CVVH, Dialyse)
  • Invasive Beatmungstherapie
  • Nicht invasive Beatmungstherapien (Masken-CPAP, Helmatmung)
  • Lagerungstherapie (Rotorest-Bett)
  • Bronchoskopie
  • Hirndruckmessung (ICP) und Liquordrainage
  • EEG
  • Dilatative Tracheotomie

Dieses hochtechnisierte Umfeld mit seinen Überwachungs- und Messsystemen erleichtert dem ärztlichen und pflegerischen Personal der Intensivstation we-sentliche Arbeitsabläufe. Trotz aller Technik ist die klinische Beurteilung und Bewertung der erhobenen Befunde nach wie vor die wichtigste Aufgabe des Teams auf der Intensivstation, das aus speziell intensivmedizinisch ausgebildeten Anästhesisten und Fachpflegekräften für Anästhesie, operative Intensiv- und Palliativmedizin besteht. Unterstützung erhalten wir durch  Krankengymnasten, Ergotherapeuten, Logopäden und andere Fachdisziplinen

Bedarfsgerechte Ernährung

Selbstverständlich werden Sie auch während ihres Intensivaufenthaltes mit allen lebenswichtigen Nährstoffen und Vitaminen sowie Spurenelementen versorgt. Bei den meisten Patienten geht dies, auch wenn sie im Tiefschlaf sind, auf natürlichem Wege über eine kleine Sonde, die im Magen oder im Dünndarm platziert ist. Mit Hilfe einer elektrischen Pumpe wird die Nahrung über die Sonde in bestimmten Abständen oder kontinuierlich in den Verdauungstrakt eingebracht. Bei Patienten, die aufgrund ihrer Erkrankungen keine Ernährung über den Darm erhalten können, werden die lebenswichtigen Nahrungsbestandteile wie Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette über den Tag verteilt über einen Venenkatheter in die Blutbahn appliziert. Eine ständige Überwachung der Körperfunktionen sowie bestimmter Laborparameter ermöglicht eine dem Bedarf angepasste und patientengerechte Ernährung zu jedem Zeitpunkt. Selbstverständlich spielt auch die Schmerztherapie beim Intensivpatienten eine herausragende Rolle.

Nach großen Eingriffen am Brustkorb, an der Lunge oder im Bauchraum werden unsere Patienten über einen rückenmarknahen Katheter (Epiduralkatheter bzw. Epiduralanalgesie) kontinuierlich schmerzfrei gehalten. Ist die Platzierung eines Katheters aufgrund von anatomischen Gegebenheiten, Gerinnungsstörungen oder anderen Komplikationen nicht möglich, so werden die Schmerzmedikamente kontinuierlich über Medikamentenpumpen in die Blutbahn eingebracht. Weiterhin erhalten Patienten, deren Gesundheitszustand sehr kritisch ist oder die über mehrere Tage und Wochen auf der Intensivstation gepflegt und therapiert werden müssen, Medikamente zur Beruhigung bzw. Angstminderung (sogenannte Sedativa). Mit dieser Kombination erreichen wir, dass unsere Patienten schmerzfrei, angstfrei und in einem ruhigen Zustand die Maßnahmen, wie zum Beispiel eine maschinelle Atemunterstützung oder Beatmung, gut tolerieren.

Vorrangiges Ziel der Intensivtherapie ist neben einer sorgfältigen Überwachung die Stabilisierung und Wiederherstellung der gestörten Körperfunktionen. Auch am Ende eines längeren Intensivaufenthaltes soll der Patient möglichst sein vorheriges Leben wieder aufnehmen können.

Die Intensivstation ist rund um die Uhr mit einem in der Intensivmedizin erfahrenen Arzt und Fachpflegepersonal besetzt.

Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Verfügung.

Chefarztvisiten wochentags 7.00 bis 7.30 Uhr und 15.00 Uhr bis 15.30 Uhr.

Interdisziplinäre Visiten werktags 7.30 Uhr bis 8.00 Uhr und 15.30 Uhr bis 16.00 Uhr.

News

  • Deutsches Reanimationsregister Das Städtische Klinikum Solingen gGmbH nimmt seit dem 1.1.2012 mit beiden Notarzteinsatzfahrzeugen am deutschen Reanimationsregister - German Resuscitation Registry (GRR)® der DGAI teil.
  • TÜV für QM-Akutschmerztherapie Den Zentren für Anästhesiologie und Chirurgie wurde das TÜV-Zertifikat "QM-Akutschmerztherapie" verliehen.
  • Innerklinische Notfallteamversorgung Das Städtische Klinikum Solingen gGmbH nimmt seit dem 1.4.2014 auch innerklinisch am deutschen Reanimationsregister - German Resuscitation Registry (GRR)® der DGAI teil.

Zentrale Notfallambulanz

Führungen für Kinder

Zertifizierte Zentren

Einige Fachbereiche unseres Klinikums haben bereits erfolgreich Zertifizierungsverfahren abgeschlossen. Hier informieren wir Sie über die geprüfte Qualität unserer medizinischen Leistung.

Weitere Einrichtungen

Das medizinische Leistungsspektrum des Klinikums wird durch verschiedene spezialisierte Einrichtungen ergänzt. Hier geben wir Ihnen einen Überblick über das umfangreiche Angebot unseres Hauses.

Kooperationen

Im Rahmen des Campus-Konzeptes kooperiert das Klinikum mit mehreren externen Partnern. Erfahren Sie mehr über unser Engagement und die Vorteile, die sich aus dieser Zusammenarbeit für Sie ergeben.