Niere und Diabetes

Durch dauerhaft hohen Blutzucker werden im Laufe der Zeit die kleinen Blutgefäße im Körper geschädigt. In der Niere sind vor allem die Filtereinheiten, die aus kleinen Gefäßen aufgebaut sind, betroffen. Das erste Zeichen der diabetischen Nephropathie ist, dass Leckage von einem bestimmten Eiweiß (Albumin) in den Urin auftritt. Dieser Albuminverlust tritt schon lange vor dem Entstehen von ernsthafterem Schaden auf und sollte zumindest jährlich bei allen diabetischen Patienten überprüft werden.

 

Der Albuminverlust kann nach verbesserter Blutdruck- und Diabeteseinstellung wieder verschwinden. Schreitet der Nierenschaden aber fort, dann wird der Aufbau der Filtereinheiten gestört, so dass Löcher und Verstopfungen in den Nierenkörperchen entstehen. Die Reinigung des Blutes erfolgt dann nur noch unzureichend. Lebenswichtige Stoffe (auch andere Eiweiße als Albumin) gehen mit dem Urin verloren. Abfallstoffe (z.B. Harnstoff) werden nicht mehr vollständig ausgeschieden. Sie gelangen zurück in die Blutbahn. Es kann zu einer Harnvergiftung (Urämie) kommen. Die Nierenkörperchen verlieren schließlich ihre Funktion. Vor allem bei Diabetes ist es aber möglich, den Rückgang der Nierenfunktion durch eine strikte Kontrolle des Blutdruckes zu verzögern.

 

Eine sorgfältige Behandlung, auch eines nur gering erhöhten Blutdruckes, ist von größter Bedeutung. Wenn die eingeschränkte Nierenfunktion aber nicht behandelt wird, kann sie zu einem chronischen Nierenversagen führen (Niereninsuffizienz). Dann wird eine dauerhafte Nierenersatztherapie (Dialyse oder Transplantation) lebensnotwendig.

 

In Deutschland leben etwa vier Millionen Diabetiker; daneben gibt es schätzungsweise noch zwei Millionen Menschen, die Diabetes haben, der noch nicht diagnostiziert ist. Experten erwarten außerdem, dass sich die Zahl der Diabetiker in den nächsten zehn Jahren verdoppeln wird. 

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